Newsletter Nr. 13 vom 11.12.2020

Sächsischer Integrationspreis 2020 geht nach Bautzen, Chemnitz und Dresden

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Mit dem Sächsischen Integrationspreis 2020 werden das Thespis-Zentrum am Deutsch-Sorbischen Volkstheater, die Beratungsstelle des Lesben- und Schwulenverbandes Sachsen und der Bildungsverein KAMA aus Dresden ausgezeichnet. Zum 11. Mal haben die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Petra Köpping und der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth den Sächsischen Integrationspreis verliehen. Jeder Preisträger erhält 3.000 E für die Fortführung seiner Arbeit. Gesucht waren Projekte und Initiativen, die sich in den vergangenen zwölf Monaten besonders für die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Gesellschaft einsetzten, sie unterstützten, förderten und vorlebten.

„Integration ist ein langer Prozess. Alle vorgeschlagenen Bewerber um den Preis 2020 haben sich dieser nachhaltigen Aufgabe gestellt. Es geht um mehr als um Schutz und Auskommen. Es geht um gesellschaftliches Ankommen, um Arbeitsmarktintegration, Eigenständigkeit und gegenseitige Bereicherung“, so Geert Mackenroth.

Die Jury des Wettbewerbes wählte aus 35 Vorschlägen von Vereinen, Verbänden, Initiativen und Unternehmen aus. Die Bewerber kommen – wie auch in den Vorjahren – aus allen Regionen Sachsens. Dabei sind der ländliche Raum und die Großstädte ähnlich stark vertreten. Fast die Hälfte der Bewerbenden engagiert sich im Arbeitsfeld Lebenshilfe, etwa 20 Prozent sind jeweils in den Bereichen Berufsvorbereitung sowie gesellschaftliche Teilhabe aktiv. Weitere Arbeitsfelder sind Kultur, Kunst und Sport. Neben den beiden Stiftern entschieden in der Jury die Vorjahressieger (CVJM Glauchau, Bürgerbündnis Hoyerswerda und Horizont Magazin Chemnitz) sowie die Marwa El Sherbini-Stipendiatin gleichberechtigt mit über die Preisvergabe.

Die ursprünglich für den 4. Dezember geplante Würdigung der Preisträger im Rahmen einer Feierstunde unter der Schirmherrschaft des Landtagspräsidenten Matthias Rößler (CDU) im Plenarsaal des Sächsischen Landtags musste in diesem Jahr entfallen.
Die beiden Stifter des Preises gratulierten in einem Video
https://www.saechsischer-integrationspreis.de/files/uploads/Video/Verleihung/Integrationspreis2020.mp4

Alle Initiativen und Projekte wurden in einer Dokumentation vorgestellt. Diese kann kostenfrei eingesehen und bestellt werden unter
https://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Interkulturellen Taschenkalender 2021 kostenfrei bestellen

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Der Interkulturelle Taschenkalender / Wochenplaner wird vom Sächsischen Ausländerbeauftragten herausgegeben. Er enthält Informationen zu den wichtigsten deutschen und internationalen sowie religiösen Feiertagen und Festzeiten sowie ein Glossar. Der Interkulturelle Taschenkalender 2021 kann ab sofort kostenlos über die Internetseite des Sächsischen Ausländerbeauftragten bestellt werden.

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Illustriert ist der Kalender für 2021 im Format A6 mit Beiträgen zum Thema Sprache: Er erklärt beispielhaft einige Lehnwörter, ins Deutsche „eingewanderte“ Wörter - etwa Chaos, Spagat oder Tollpatsch. Der Taschenkalender enthält zudem wieder Feiertage und Schulferien in Sachsen sowie Daten und Fakten zu Migration. Zusätzlich informiert er über religiöse Feste, Feiertage und Zeiten der größten ethnischen und religiösen Gruppen. Das Glossar erklärt wichtige ausländerrechtliche Begriffe.

Der Wochenplaner ist solide mit einer geprägten Graupappe gebunden. Die Farben blau und orange dominieren. Der Versand des Taschenkalenders erfolgt nur in Sachsen und solange der Vorrat reicht. Einzelpersonen können bis zu zwei Taschenkalender bestellen.

Bestellungen ausschließlich unter folgendem Link:
https://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml

Hier ist auch der Interkulturelle Wandkalender im Format A1 erhältlich.

Neue Bäume für neue Sachsen – Ausländerbeauftragter pflanzt 2087 Jungbäume

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Am 9. Dezember übergab der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth MdL über 2000 Jungbäume an den Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Die Bäume stehen symbolisch und praktisch für die Bereicherung unseres Freistaates durch neue sächsische Bürger. Standort ist die Boselspitze bei Meißen.

Die jungen Bäume sind den 2087 neuen Bürgerinnen und Bürgern gewidmet, die im Jahr 2019 eingebürgert wurden. Eigentlich werden die im Vorjahr eingebürgerten Personen zum traditionellen Einbürgerungsfest in den Sächsischen Landtag eingeladen. Das entfiel leider coronabedingt. Der Sächsische Ausländerbeauftragte betonte die Bereicherung der Gesellschaft durch die Eingebürgerten: „Das große Engagement unserer neuen Mitbürger und Mitbürgerinnen und die dadurch entstehende Vielfalt tun Sachsen gut – sie sorgen wie die tausenden frischen Bäume für gute Luft und ein gutes Klima, gesellschaftlich wie witterungsmäßig.“

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Partner der Aktion ist der Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. Gepflanzt werden Traubeneichen auf einer Waldfläche, die 2019 von Borkenkäfern befallen war. Dort mussten Lärchen und Schwarzkiefern eingeschlagen werden. Die Neubegründung des Waldbestandes erfolgt mit einer gebietsheimischen und standortgerechten Baumart im Landschaftsschutzgebiet „Elbtal zwischen Dresden und Meißen mit linkselbischen Tälern und Spaargebirge“. Die Pflanzung unterstützt den Klimaschutz durch CO2-Kompensierung und den Aufbau klimaangepasster Waldbestände.

Kultusministerium stellt Erklärfilme zur schulischen Integration von Zugewanderten vor

Die Filme sind auf der neuen Webseite Migration und Integration bzw. via SMK-YouTube-Kanal abrufbar. Untertitel in englischer und arabischer Sprache lassen sich hinzuschalten. Bei Bedarf könnten perspektivisch auch weitere Sprachen hinzukommen. Außerdem arbeitet das Ministerium an einem zweiten kurzen Erklärfilm für die Zielgruppe der zugewanderten Jugendlichen an berufsbildenden Schulen.
http://www.migration.bildung.sachsen.de/index.html

https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=5Tv-kYbqC6c&feature=emb_logo

Heraus aus dem Labyrinth – SVR untersuchte Einflüsse auf dem Weg zur Berufsbildung

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Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration untersuchte, wie jungen Neuzugewanderten in Europa der Weg zur Berufsbildung erleichtert werden kann. Die Studie des Forschungsbereichs wurde durch die Stiftung Mercator gefördert. In der Geschäftsstelle des Ausländerbeauftragten wurde das Wichtigste zusammengefasst:

Berufliche Bildung eröffnet jungen Neuzugewanderten die Chance auf eine qualifizierte Beschäftigung in der Europäischen Union und fördert gesellschaftliche Teilhabe.

Für viele junge Neuzugewanderte gleicht der Zugang zu beruflicher Bildung einem Labyrinth. Die Wege der Ausbildungswilligen werden länger, wenn sie aufgrund ihres Aufenthaltsstatus, ihres Alters oder fehlender anerkannter Zertifikate aus den Regelangeboten fallen oder wenn z. B. Sprachkenntnisse und notwendige finanzielle Mittel fehlen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen – z. B. in Beratungsstellen, Bildungsstätten und Behörden – verfügen jedoch über Spielraum, den Zugang zu beruflicher Bildung zu gestalten und die Neuzugewanderten dadurch gesellschaftlich zu integrieren.

Vorbereitungs- und Ausbildungsstrukturen sollten gezielt an den Bedarf der Jugendlichen und jungen Erwachsenen angepasst und überdies flexibilisiert werden.

Junge Zugewanderte sollten engmaschig und kontinuierlich beraten und lokale „gatekeeper“ durch multiprofessionelle Bildungsnetzwerke und verlässliche Finanzierung nachhaltig unterstützt werden.

Was untersuchte die Studie?

Seit dem Jahr 2014 sind mehr als fünf Millionen Jugendliche und junge Erwachsene in die Europäische Union geflüchtet, anderweitig zugewandert oder als Unionsangehörige innerhalb des Staatenverbunds gewandert.

Ziel der Studie war, am Beispiel von vier EU-Mitgliedstaaten – Deutschland, Österreich, Slowenien und Spanien – die Strukturen und Praktiken zu identifizieren, die den Zugang von neuzugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu beruflicher Bildung erleichtern und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Der SVR-Forschungsbereich empfiehlt:

Ausbildungsstrukturen anzupassen für den ‚Normalfall Vielfalt‘: Sprach- und Vorbereitungskurse sollten ausgeweitet und stärker auf die Bedarfe der zugewanderten Zielgruppe ausgerichtet werden. Die berufliche Ausbildung selbst sollte flexibilisiert werden. Es braucht eine engmaschige und kontinuierliche Beratung von Anfang an.

Multiprofessionelle Bildungsnetzwerke nachhaltig zu gestalten: Sie tragen zum Austausch und zur Weiterbildung sowie zu einer Systematisierung der Angebotsstruktur maßgeblich bei. Daher sollten sie, wo nötig, ausgebaut und verstetigt werden. Auch auf regionaler und nationaler Ebene müssen zuständige Bildungs-, Arbeits- und Ordnungsbehörden an einem Strang ziehen, um die lokale Ausbildungsintegration junger Neuzugewanderter zu stärken

Die gesamte Studie:
https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2020/11/SVR-Broschu%CC%88re-Studie-Bildungslu%CC%88cken_de_RZ5_web.pdf

Ergebnisse der Konferenz der Integrations- und Ausländerbeauftragten

Am 30. November tagten die Ausländer- und Integrationsbeauftragten der Bundesländer. Die Tagung fand online statt und wurde vom Saarland ausgerichtet. Hauptthemen der Beratungen waren Hass und Hetze im Netz sowie der Schutz von Frauen und Kindern im Zusammenhang mit Migration und Asyl. Außerdem wurde die Stärkung der Migrantinnen diskutiert. Die jeweiligen Forderungen wurden in Resolutionen zusammengefasst und verabschiedet.

Bundeskabinett beschließt Maßnahmen gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration informiert über einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus, der vom Kabinettsausschuss vorgelegt wurde.
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/kabinett-rechtsextremismus-1819828

BAMF - Im Jahr 2019 zogen 1,6 Millionen nach Deutschland

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge informiert in seinem Migrationsbericht 2019 über den Zuzug von 1,6 Millionen Menschen. Im gleichen Jahre verließen rund 1,2 Millionen das Land. Damit ist die Zuwanderung nach Deutschland per Saldo zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Der Wanderungssaldo schrumpfte auf gut 327.000 Personen. Leicht zugenommen hat dabei jedoch die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten oder zu studieren.
https://www.BAMF.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2020/20201202-am-migrationsbericht-2019.html

Material und Wissen kostenfrei - Modellprojekt „Weltoffene Kommune – vom Dialog zum Zusammenhalt“

Die Wissensplattform unterstützt die bis zu 40 Modellkommunen bundesweit bei der Weiterentwicklung ihrer Integrations- und Vielfaltsarbeit. Außerdem gibt sie auch allen anderen Kommunen in Deutschland die Chance, das Wissen und die aufbereiteten Materialien und Beiträge des Modellprojekts kostenfrei und unverbindlich zu nutzen. Konkret erwartet interessierte Mitarbeitende der kommunalen Verwaltung sowie politische Entscheider ein digitaler Selbstcheck. Dank ihm erhält die Verwaltung einen Überblick über ihren Status Quo in sieben wichtigen Handlungsfeldern zur Weltoffenheit, wie bspw. Management & Steuerung, Interkulturelle Öffnung & Antirassismus oder Teilhabechancen.

Außerdem stellen die Autoren praxisnahe Arbeitsmaterialien und Tipps renommierter Experten zusammen, die Kommunen inspirieren und befähigen, die nächsten Schritte in Richtung Weltoffenheit zu gehen.

Die digitale Wissensplattform ist ein gemeinsames Angebot von PHINEO und der Bertelsmann Stiftung und steht online unter
www.weltoffene-kommune.de

EuGH bestätigt geänderte EU-Entsenderichtlinie für Arbeitnehmer

Die 2018 von EU-Parlament und Rat beschlossene geänderte europäische Entsenderichtlinie für Arbeitnehmer ist rechtens. Der EuGH wies die Klagen Ungarns und Polens ab. Der Gesetzgeber darf somit die Entsenderichtlinie anpassen, um die Rechte der Arbeitnehmer zu stärken. Die Entsenderichtlinie sieht unter anderem denselben Schutz für Arbeitnehmer vor, die aus dem EU-Ausland entsandt werden, wie für einheimische Mitarbeiter. Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der entsandten sollen denen der einheimischen Arbeitnehmer soweit wie möglich angeglichen werden. Somit soll der freie Dienstleistungsverkehr auf einer fairen Grundlage sichergestellt und Lohn- und Sozialdumping möglichst beschränkt werden. Die vom Grundsatz der Gleichbehandlung geleiteten Änderungen führen insbesondere dazu, dass auf diese Arbeitnehmer nicht mehr die im Recht des Aufnahmemitgliedstaats festgelegten „Mindestlohnsätze", sondern die dort vorgesehene „Entlohnung" Anwendung findet. Das ist ein weiter gefasster Begriff als der des Mindestlohnes.

Pressemitteilung des EuGH zu dieser Entscheidung
https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2020-12/cp200155de.pdf