Newsletter Nr. 13 vom 21.12.2017

Dank und Vorfreude

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Mit diesem Adventsbild möchten wir uns bei allen bedanken, die uns im zu Ende gehenden Jahr mit zahlreichen Informationen, Meldungen und interessanten Hilfsangeboten unterstützt haben! Bitte senden Sie uns auch im neuen Jahr weiter Tipps, Daten und Handreichungen, die für die in Sachsen lebenden Ausländer, engagierten Berater, Initiativen, Beauftragten und die vielen ehrenamtlichen Helfer von Interesse sind.

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, und uns wünschen wir gleichwohl friedliche Feiertage, Zeit zum Nachdenken und für das neue Jahr Kraft, Mut und Zuversicht. Die ersten Termine für das Jahr 2018 stehen fest. Wir freuen uns auf das Einbürgerungsfest, die feierlichen Übergaben beim Sterntaler-Preis und beim Sächsischen Integrationspreis. Gespannt sind wir auf die Vorstellung von aktuellen Einschätzungen, Untersuchungen zur Lage der Ausländer in Sachsen und daraus folgenden Empfehlungen.

Die Redaktion

Asyl und Flucht – Zahlen Ende November

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Nach Angaben der Landesdirektion Sachsen beläuft sich die Zahl der neuen Asylsuchenden im Monat November 2017 auf 1.026. Das ist ein leichter Anstieg seit September mit 805 und November mit 940 neuen Antragsstellern. Niedrigste Zugangszahlen im ablaufenden Jahr wurden im April mit 456 Asylbegehrenden verzeichnet. Weiter gibt die Landesdirektion die Zahl der vollziehbar ausreisepflichtigen Personen mit 10.737 zum Stichtag 30. November 2017 an. Von diesen sind 409 Personen geduldet.

Quelle: Landesdirektion Sachsen https://www.lds.sachsen.de/asyl/?ID=12069&art_param=720

Mackenroth für psychologische Sprechstunde in allen Erstaufnahmeeinrichtungen

Nach einem Besuch in der psychologischen Campkrisensprechstunde in der Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Dresden sprach sich der Sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth für die weitere Unterstützung des Projektes und vergleichbare Angebote in allen EAE in Sachsen aus. Mit dem ehrenamtlichen Angebot schließen die Therapeuten eine Lücke in der psychosozialen Betreuung. Damit werden schwerwiegende Folgen für die Betroffenen und ihre Umgebung gemindert.

„Frühzeitiges Erkennen, Stabilisieren und Vermitteln entlastet die Traumatisierten, hilft Betreuern und vermindert Eigen- und Fremdgefährdung. Wir benötigen in den EAE des gesamten Freistaats stabile Strukturen, um traumatisierte Menschen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.“ so Mackenroth. Die Psychologin Luise Pabel betonte, dass die EAE-Bewohner ohne fachliche Begutachtung ihres psychischen Zustandes kaum an andere Unterstützungsangebote wie die des PSZ Dresden vermittelt werden können. Pabel koordiniert die Sprechstunde ehrenamtlich.

Dr. Julia Schellong vom Förderverein Traumanetz Seelische Gesundheit e.V. unterstützt das Vorhaben: „Das Projekt füllt eine Lücke und sollte staatliche Unterstützung bekommen. Besonders unverzichtbar wird sein Beitrag, da die Sozialarbeiter als nicht ausgebildete Psychologen solche Aufgaben in der Regel nicht bewältigen können. Dazu gehören Vordiagnose oder die Feststellung von Fremd- und Eigengefährdung.“

Weitere Informationen zu Projekt Psychologische Campkrisensprechstunde:
http://sab.landtag.sachsen.de/de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/18546.cshtml

Initiative für rasche Beschulung außerhalb der Erstaufnahmeeinrichtungen

Am 8. Dezember veröffentlichten verschiedene sächsische Institutionen und Personen ein gemeinsames Positionspapier mit dem Titel „Bildung für Alle – Zugang zum Bildungssystem für geflüchtete Minderjährige“. Das Bündnis fordert darin von der sächsischen Politik, Bildung und Ganztagesbetreuung für Kinder und Jugendliche unabhängig vom Wohnort ab dem ersten Tag des Grenzübertritts zu ermöglichen.

Hintergrund der Initiative sind die teils langanhaltenden Aufenthalte von jungen Geflüchteten in Erstaufnahmeeinrichtungen. Aktuell leben rund 290 Kinder und Jugendliche in Sachsens Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE), oftmals über Monate hinweg. Dr. Gesa Busche vom Sächsischen Flüchtlingsrat, die die Initiative mit vorstellte, verwies auch darauf, dass „eine Verkürzung der Verweildauer in den Erstaufnahmeeinrichtungen die für alle wahrscheinlich günstigste Lösung“ sei.

Weitere Informationen zum Positionspapier und zu den Bündnispartnern unter http://www.saechsischer-fluechtlingsrat.de/wp-content/uploads/2017/12/Positionspapier-Bildung-EAE.pdf

Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche Mitte Februar in Frankfurt

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„Vielfalt verbindet.“ – unter diesem Motto findet die kommende Interkulturelle Woche sowie die bundesweite Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche am 16. und 17. Februar 2018 in Frankfurt am Main. statt.

„Vielfalt verbindet“ steht dafür, in Achtung voreinander Gesellschaft gemeinsam zu gestalten; mit einer gemeinsamen Vision, sich für eine Zukunft zu engagieren, die Partizipation ermöglicht und sich Rassismus entgegenstellt. Freundlich im Ton aber klar und unmissverständlich in der Haltung. Die Wertschätzung des Anderen, die Anerkennung von Differenz und der Erhalt der Neugierde aufeinander tragen eine Gesellschaft, die stolz sein kann auf ihre Vielfalt und ihre Akzeptanz unterschiedlicher Lebensstile.

Der Ökumenische Vorbereitungsausschuss (ÖVA) lädt zu dieser Tagung Haupt- und Ehrenamtliche ein, die sich in den Themenbereichen „Migration, Antirassismus, Partizipation und Flucht“ engagieren. Sie erhalten bei der Tagung Informationen über Themen und Inhalte, die im Rahmen der lokalen Interkulturellen Wochen diskutiert werden können.

Grundsätzlich dient die Tagung nicht nur der Vorbereitung der Veranstaltungen im Herbst des Jahres, sondern ist ein Fachtreffen der Engagierten zu aktuellen Themen.

Alle Informationen zur Tagung sowie das Anmeldeformular stehen auf www.interkulturellewoche.de

Die Anmeldung zur Tagung ist bis zum 5. Februar 2018 möglich.

Caritas mahnt Hilfen für geflüchtete Menschen mit Behinderungen an

Anlässlich des Welttages für Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember fordert der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP) mehr gezielte Unterstützung für geflüchtete Menschen mit Behinderungen. Diese benötigten mehr Hilfen, heißt es in einer Erklärung des Verbandes. Zudem seien geflüchtete Menschen mit Behinderungen in Deutschland stark benachteiligt. Die seit 2013 in Deutschland geltende EU-Aufnahmerichtlinie für Gruppen von „besonders schutzbedürftigen“ Geflüchteten sei noch immer nicht in nationales deutsches Recht umgesetzt worden.

Nach dieser Richtlinie hätten Menschen, die in ihren Herkunftsländern Opfer von schwerer Gewalt, von Folter oder anderen Menschenrechtsverletzungen geworden sind, aber auch alle Geflüchteten mit Behinderungen und/oder psychischen Erkrankungen, Anspruch auf besondere Versorgung. Wichtig wären hierbei vor allem eine gründliche medizinische und psychosoziale Diagnostik und entsprechende erste Hilfen. Auch müssten die Zugänge zu allen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz barrierefrei sein.

In der Erklärung fordert der CBP auch beschleunigte Asylverfahren, Hilfen bei Gebärdendolmetschern und eine verbesserte Datenlage.

Die gesamte Erklärung unter
http://www.cbp.caritas.de/

Praxistipp - Übersetzer per Video

Der Bedarf an geschulten, professionellen Übersetzern ist spätestens seit Herbst 2015 ein ständiger Begleiter regionaler Behörden, Büros und Ämter. Seit Anfang 2016 setzt daher die Stadtverwaltung Flensburg auf Dolmetscherleistungen per Video. Dabei greift die Verwaltung auf das bundesweite Angebot der österreichischen Firma SAVD mit dem Namen Videodolmetschen zurück.

Das Prinzip dieses Programmes ist es, nach einer unkomplizierten Vorauswahl durch den Kunden, innerhalb von kürzester Zeit via Skype einen passenden und qualifizierten Übersetzer zuzuschalten. Dieser erleichtert die spezielle Kommunikation mit Migranten und Geflüchteten erheblich oder macht sie überhaupt erst möglich. Beim Videodolmetschen kann man zwischen 50-60 verschiedenen Sprachen, darunter auch Gebärdensprache, wählen. Zusätzlich können gegebenenfalls nötige Spezialisierungsfelder des Übersetzenden angeben werden, wie etwa die Bereiche Justiz, Gesundheit, Verwaltung, Asyl etc. Dabei sind 15 Sprachen ad hoc in bis zu 120 Sekunden verfügbar. Zudem wird der Datenschutz durch eine verschlüsselte Verbindung gewährleistet. Nach Angaben der Verwender errechnet sich das Entgelt aus einer Pauschale und einem Minutenpreis.

Die Stadtverwaltung Flensburg lobt in diesem Kontext besonders die Schnelligkeit des Programms und die damit verbundenen sehr kurzen Wartezeiten, die Professionalität der Dolmetscher, sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. So beläuft sich das Angebot bei beispielsweise zehn Beratungen a 35 Minuten im Monat auf etwa 600 Euro.

Neben der Stadtverwaltung Flensburg greifen inzwischen auch die Justizvollzugsanstalt Hamburg, die Ausländerbehörden in Erlangen und Potsdam sowie weitere regionale Behörden auf das Angebot zurück.

Terminvorschau 2018

18. April
NIMS – Treffen des Netzwerk Integration Migration Sachsen im Sächsischen Landtag

1. Juni bis 20. August
Bewerbungszeitraum für den Sterntalerpreis

2. Juni
Einbürgerungsfest im Sächsischen Landtag

13. August bis 30. September
Bewerbungszeitraum für den Sächsischen Integrationspreis

20. September
Verleihung des Sterntaler – Der Preis für die Arbeit mit Flüchtlingskindern

23. September bis 29. September
empfohlener Zeitraum für die Interkulturelle Woche

3. Oktober
Tag der offenen Tür im Sächsischen Landtag

16. November
Verleihung des 9. Sächsischen Integrationspreises im Sächsischen Landtag

Kostenfrei bestellen - Taschenkalender und Härtefallkommission

Fast 4000 Exemplare des Interkulturellen Taschenkalenders für 2018 wurden bei der Geschäftsstelle des Sächsischen Ausländerbeauftragten geordert, die wenigen Restexemplare können noch bestellt werden. Die Interkulturellen Wandkalender sind leider wieder vergriffen.

Wegen der Neuberufung von Mitgliedern in die Sächsische Härtefallkommission wurden die Informationsmaterialien aktualisiert. Zur Verfügung stehen ein Infoblatt für Betroffene, ein Infoheft für Betroffene in leichter Sprache und eine ausführliche Broschüre für Berater.

Zur Bestellseite im Internetangebot des Sächsischen Ausländerbeauftragten
http://sab.landtag.sachsen.de/de/service/publikationen/index.cshtml