Ausländerbeauftragter veröffentlicht Befragungsstudie

Pressemitteilung 14/2019 vom 17.06.2019

Im Jahr 2018 führte das Dresdner Forschungswerk im Auftrag des Sächsischen Ausländerbeauftragten eine zweistufige Befragung aller Personen durch, die in den Jahren 2012 bis 2017 in Sachsen eingebürgert wurden. Über 1000 Personen füllten den umfangreichen Fragekatalog aus. Die Ergebnisse werden nun in einer Broschüre veröffentlicht.

Geert Mackenroth MdL schätzte ein: „Eingebürgerte sind strukturell, sozial und kulturell gut bis sehr gut integriert und identifizieren sich in hohem Maße mit ihrer neuen Heimat!“

Von 5.660 angeschriebenen Personen nahmen 1.081 Personen aus 94 Herkunftsländern an der Befragung teil. Der quantitativen Untersuchung ging eine qualitative Vorstudie voraus, in der im Herbst 2017 insgesamt 14 Eingebürgerte in Form eines Tiefeninterviews zu ihrer Migrationsgeschichte, dem Einbürgerungsprozess und ihrer aktuellen Lebenslage befragt wurden.

Die Studie „Lage der eingebürgerten Migranten in Sachsen“ wurde vom Dresdner Forschungswerk in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden durchgeführt. Befragt wurden im Sommer 2018 Personen, die im Zeitraum zwischen 2012 und 2017 in Sachsen das Einbürgerungsverfahren beendet sowie das 18. Lebensjahr vollendet haben und noch in Sachsen wohnen.

Ziel der Studie war es, einen Gesamtüberblick zu gewinnen, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dabei lag der Fokus auf der aktuellen Lebenssituation und der Integration der Eingebürgerten. Abgefragt wurden positive und negative Erfahrungen und eine Einschätzung zum Einbürgerungsprozess.

Die wichtigsten Ergebnisse für die Eingebürgerten:

Strukturelle Integration: Sehr gute Integration in den Arbeitsmarkt, relativ hohe Zufriedenheit mit der beruflichen und finanziellen Situation

Soziale Integration: Häufigerer Kontakt zu Deutschen als zu Personen des Herkunftslandes, geringe gefühlte Diskriminierung, mittleres politisches Interesse, aber hohe Wahlbeteiligung

Kulturelle Integration: Wenige Sprachprobleme im Alltag, zu Hause wird hauptsächlich Deutsch gesprochen

Identifikatorische Integration: Starke Verbundenheit zu Deutschland, Identität aber am ehesten europäisch, starke Bleibeabsicht für Deutschland, etwas geringer für Sachsen

Fazit: Eingebürgerte sind gut in Sachsen angekommen, auf allen Ebenen gut integriert

Die Broschüre wurde an alle Einbürgerungsbehörden, sowie die Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und sächsischen Kommunen versandt und an alle Abgeordneten des Sächsischen Landtags ausgegeben.

Die Druckfassung kann über die Geschäftsstelle des Ausländerbeauftragten und das Internetangebot www.offenes-sachsen.de bezogen werden.

Eine Zusammenfassung zum Hintergrund der Studie, zur Methode und den Studienergebnissen finden Sie unter https://sab.landtag.sachsen.de/de/zahlen-fakten/zahlen-und-fakten.cshtml .