Entwicklungen

Statistik ist nicht starr, aber mühsam zu lesen und zu interpretieren. Ausgewählte Entwickungen und Schwerpunkte erleichtern an dieser Stelle den Überblick über die Statistiken im Bereich Migration und Integration in Sachsen.

Zuwanderung

Ende 2019 lebten im Freistaat Sachsen 208 034 Ausländer, das waren 5,1 Prozent der 4,07 Millionen Einwohner in Sachsen. Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 12,5 Prozent sehr gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen Platz 13 mit Sachsen-Anhalt, dessen Ausländeranteil ebenfalls bei 5,1 Prozent liegt (Quelle: Statistisches Bundesamt, Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011).

In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister Ende 2019 mehr als 180 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe der in Sachsen lebenden Ausländer waren Syrer (11,3 Prozent), gefolgt von Polen (8,7 Prozent), Rumänen und russischen Staatsbürgern (je 5,4 Prozent), Afghanen (4,4 Prozent) und Vietnamesen (3,9 Prozent). Jeder dritte Ausländer in Sachsen (35,2 Prozent) besaß Ende 2019 eine EU-Staatsangehörigkeit (Quelle: Ausländerzentralregister).

In den Kreisfreien Städten Sachsens betrug der Ausländeranteil 8,0 Prozent (Dresden), 8,5 Prozent (Chemnitz) bzw. 9,7 Prozent (Leipzig). In den Landkreisen lag er überwiegend zwischen 2 und 4 Prozent. Ausnahmen bildeten die Landkreise Nordsachsen (4,1 Prozent) und Görlitz (4,6 Prozent). 2019 zogen insgesamt 49 926 Ausländer in den Freistaat Sachsen. Darunter waren 41 230 Zuzüge aus dem Ausland und 8 696 Zuzüge aus dem Bundesgebiet. Im gleichen Zeitraum zogen 39 285 Ausländer aus Sachsen weg, davon 28 624 ins Ausland und 10 661 in ein anderes Bundesland. Aus Zu- und Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich ein Wanderungsgewinn von 10 641 ausländischen Personen.

Bei den Zuzügen von Ausländern über die Grenze des Bundesgebietes (41 230) kamen die meisten aus europäischen Ländern. Mit 24 512 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 59,5 Prozent und damit mehr als die Hälfte, wobei davon mehr als drei Viertel (79,6 Prozent) aus EU-Staaten kamen. Europäische Hauptherkunftsländer waren Rumänien (4 985 Personen bzw. 12,1 Prozent), Polen (4 444 Personen bzw. 10,8 Prozent) und die Tschechische Republik (1 726 Personen bzw. 4,2 Prozent). Etwa ein Fünftel der Zuzüge durch Ausländer kam aus Asien (9 340 Personen bzw. 22,7 Prozent) nach Sachsen. Hauptherkunftsländer waren Indien (1 446 Personen bzw. 3,5 Prozent), China (1 260 Personen bzw. 3,1 Prozent) und Vietnam (807 Personen bzw. 2,0 Prozent).

Vom amerikanischen Kontinent kamen 2 632 Ausländer (6,4 Prozent) nach Sachsen, davon mit 551 Menschen die meisten aus den USA (1,3 Prozent). Aus Afrika zogen 2 786 Ausländer (6,8 Prozent) nach Sachsen. An der Spitze lagen die Länder Tunesien (609 Personen bzw. 1,5 Prozent), Marokko (344 Personen bzw. 0,8 Prozent) bzw. Nigeria (267 Personen bzw. 0,6 Prozent). Weitere 99 Zuzüge (0,2 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien. Aus übrigen Ländern wurden 1 861 Zuzüge verzeichnet. Das entspricht 4,5 Prozent.


Altersstruktur

Die deutsche Bevölkerung im Freistaat Sachsen war 2019 im Durchschnitt 47,7 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Ausländer in Sachsen lag bei 31,9 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt fast 16 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Sachsens insgesamt liegt bei 46,9 Jahren.

Einbürgerungen

Im Jahr 2019 ließen sich insgesamt 2 091 Ausländer im Freistaat Sachsen einbürgern.Das waren 444 Einbürgerungen mehr als im Jahr 2018. Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten kam aus europäischen Ländern (1 139 Personen bzw. 54,5 Prozent). Mit 227 stammten die meisten dabei aus der Ukraine, 166 aus dem Vereinigten Königreich (Großbritannien), 136 aus Polen, 95 aus Rumänien und 86 aus der Russischen Föderation. Aus asiatischen Ländern stammten 699 Eingebürgerte: Mit 190 die meisten aus Vietnam, gefolgt von Syrien mit 133 und dem Iran mit 55 Eingebürgerten. Aus Afrika stammten 126 Eingebürgerte und aus Amerika 111.

Bildung

Im Sommer 2019 beendeten insgesamt 31 304 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen oder Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 2 415 Schüler, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist. Mit 24,2 Prozent erreichte etwas weniger als ein Viertel dieser Absolventen das Abitur. Von den anderen Absolventen verließen 34 Prozent die Schule mit diesem Abschluss. Im Wintersemester 2019/20 studierten 18 298 ausländische Studenten an den Hochschulen in Sachsen. Bei insgesamt 107 029 Studenten zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil ausländischer Studenten damit bei 17,1 Prozent. Insgesamt war die Zahl der ausländischen Studenten im Vergleich zum Vorjahr um 340 bzw. 1,9 Prozent gestiegen. Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Asien (9 476), die meisten aus China (3 477). Rang zwei bei den Herkunftskontinenten belegten Studenten aus europäischen Ländern (6 309), die meisten aus Österreich (1 597). Mit 72,4 Prozent studierten deutlich mehr als zwei Drittel der ausländischen Studenten an den Universitäten Sachsens (13 256), 22,5 Prozent an Fachhochschulen (4 110) und 5,1 Prozent an Kunsthochschulen (931). Im Bereich der Ingenieurwissenschaften studierten 46,6 Prozent der ausländischen Studenten (8 527); fast jeder fünfte (19,1 Prozent) in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts und Sozialwissenschaften (3 501). Im Prüfungsjahr 2019 erwarben 3 326 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an sächsischen Hochschulen. Damit wurden 15,5 Prozent der insgesamt 21 392 Abschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. Deutlich mehr als jeder dritte Absolvent mit ausländischer Staatsangehörigkeit erwarb seinen Abschluss im Bereich Ingenieurwissenschaften (42,6 Prozent). Weitere 25,3 Prozent der ausländischen Absolventen erwarben einen Hochschulabschluss im Bereich der Rechts-, Wirtschafts und Sozialwissenschaften. Weiterhin gab es 310 erfolgreiche Promotionen von ausländischen Absolventen. Davon lagen mit 119 die meisten im Bereich Mathematik / Naturwissenschaften, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 95 Promotionen. Bei insgesamt 1 636 erfolgreichen Promotionen wurde demnach etwa jeder fünfte Doktortitel an einen Ausländer verliehen (18,9 Prozent).

Migranten im Arbeitsmarkt

Im Jahr 2019 waren 2 955 ausländische Ärzte aus 102 Nationen bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. Die Anzahl ausländischer Ärzte ist seit den Jahren 2007 bis 2019 von 1 061 auf 2 955 gestiegen. Davon sind 2 687 berufstätig. Ihr Anteil an allen berufstätigen Medizinern ist von 12,9 im Jahr 2015 auf 14,76 Prozent im Jahr 2019 gestiegen. Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten sechs Jahren von 52 (2013) auf 297 (2019) mehr als verfünffacht. Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, betont ausdrücklich, »dass viele Kliniken in Sachsen sehr froh über die Unterstützung durch ausländische Ärzte sind, da sonst manche Stationen nur eingeschränkt arbeiten könnten oder geschlossen werden müssten«. Der Anteil von Ausländern im Bereich des öffentlichen Dienstes in Sachsen lag zum Stichtag 31. Dezember 2019 mit 412 beschäftigten Ausländern bei 0,42 Prozent. Im Kindergarten- und Vorschulbereich waren zum 31. Dezember 2019 266 Ausländer beschäftigt (1,5 Prozent).
Quelle: Bundesagentur für Arbeit