Entwicklungen

Statistik ist nicht starr, aber mühsam zu lesen und zu interpretieren. Ausgewählte Entwickungen und Schwerpunkte erleichtern an dieser Stelle den Überblick über die Statistiken im Bereich Migration und Integration in Sachsen.

Zuwanderung

Ende 2017 lebten im Freistaat Sachsen 185.737 Ausländer, das waren 4,6 Prozent der 4,08 Millionen Einwohner in Sachsen.

Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 11,7 Prozent sehr gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen Platz 13 zwischen Sachsen-Anhalt (Platz 12) und Thüringen (Platz 14) (Quelle: Statistisches Bundesamt, Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011).

In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister Ende 2017 mehr als 180 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe der in Sachsen lebenden Ausländer waren Syrer (11,7 Prozent), gefolgt von Polen (8,1 Prozent), russischen Staatsbürgern (5,7 Prozent), Afghanen (4,7 Prozent), Rumänen (4,5 Prozent) Vietnamesen (4,2 Prozent) und Irakern (3,4 Prozent). Fast jeder dritte Ausländer in Sachsen (32,6 Prozent) besaß Ende 2017 eine EU-Staatsangehörigkeit (Quelle: Ausländerzentralregister).

In den Kreisfreien Städten Sachsens betrug der Ausländeranteil 7,0 Prozent (Dresden), 7,4 Prozent (Chemnitz) bzw. 9,0 Prozent (Leipzig). In den Landkreisen lag er überwiegend zwischen 3und 4 Prozent. Ausnahmen bilden der Erzgebirgskreis (1,9 Prozent) und der Landkreis Görlitz (4,2 Prozent).

2017 zogen insgesamt 46.750 Ausländer in den Freistaat Sachsen - 7.436 weniger als im Jahr 2016. Darunter waren 38.803 Zuzüge aus dem Ausland und 7.947 Zuzüge aus dem Bundesgebiet.

Im gleichen Zeitraum zogen 33.062 Ausländer aus Sachsen weg, davon 24.346 ins Ausland und 8.716 in ein anderes Bundesland.

Aus Zu- und Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich ein Wanderungsgewinn von 13.688 ausländischen Personen.

Bei den Zuzügen über die Grenze des Bundesgebietes kamen insgesamt 38.803 Ausländer nach Sachsen, die meisten davon aus europäischen Ländern. Mit 21.770 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 56,1 Prozent und damit mehr als die Hälfte, wobei der Anteil EU-Ausländer 80 Prozent betrug. Europäische Hauptherkunftsländer waren Polen (4.200 Personen bzw. 10,8 Prozent an allen Zuzügen durch Ausländer über die Grenze des Bundesgebietes), Rumänien (3.773 Personen bzw. 9,7 Prozent) und die Tschechische Republik (1.422 Personen bzw. 3,7 Prozent).

Ein Viertel der Zuzüge durch Ausländer kam aus Asien (9.771 Personen bzw. 25,2 Prozent) nach Sachsen. Hauptherkunftsländer sind Syrien (1.990 Personen bzw. 5,1 Prozent), China (1.372 Personen bzw. 3,5 Prozent) und Indien (1.240 Personen bzw. 3,2 Prozent).

Aus Afrika zogen 2.921 Ausländer (7,5 Prozent) nach Sachsen. Die meisten kamen dabei aus Libyen (837 Zuzüge bzw. 2,2 Prozent), Tunesien (482 bzw. 1,2 Prozent) und Eritrea (375 bzw. 1,0 Prozent).

Vom amerikanischen Kontinent zogen 1.918 Ausländer (4,9 Prozent) nach Sachsen. Aus den USA kamen mit 586 Menschen die meisten (1,5 Prozent).

Weitere 105 Zuzüge (0,3 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien.

Altersstruktur

Die deutsche Bevölkerung im Freistaat Sachsen war 2017 im Durchschnitt 47,4 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Ausländer in Sachsen lag bei 31,6 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt fast 16 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Sachsens insgesamt liegt bei 46,7 Jahren

Einbürgerungen

Im Jahr 2017 ließen sich insgesamt 1.560 Ausländer im Freistaat Sachsen einbürgern. Das waren 107 Einbürgerungen mehr als im Jahr 2016.

Fast die Hälfte der Eingebürgerten kam aus europäischen Ländern (757 bzw. 48,5 Prozent); mit 133 stammten die meisten dabei aus Polen, 108 aus der Ukraine und 65 aus der Russischen Föderation. Aus asiatischen Ländern stammten 589 Eingebürgerte; mit 160 die meisten aus Vietnam, gefolgt von Syrien mit 87 und dem Irak mit 46 Eingebürgerten. Aus Afrika stammten 124 Eingebürgerte und aus Amerika 68.

Etwa zwei Drittel der Eingebürgerten sind jünger als 40 Jahre alt. nur 3,7 Prozent der Eingebürgerten war 60 Jahre oder älter.

 (Quelle: Statistisches Landesamt).

Bildung

Im Sommer 2017 beendeten insgesamt 31.029 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen oder Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 1.899 Schüler mit Migrationshintergrund. Mit 27,6 Prozent erhielt  mehr als ein Viertel der Absolventen mit Migrationshintergrund das Abitur. Von den Schülern ohne Migrationshintergrund verließen 33,6 Prozent die Schule mit diesem Abschluss.

Das Merkmal „Migrationshintergrund“ wird im Freistaat Sachsen bereits seit 2008 als freiwillige Angabe berücksichtigt. Nach dieser Statistik liegt ein Migrationshintergrund dann vor, wenn Kinder zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, und sie selbst oder mindestens ein Elternteil oder Großelternteil nach Deutschland zugewandert sind, ungeachtet ihrer gegenwärtigen Staatsangehörigkeit und ungeachtet des Aufenthaltsstatus.

Im Wintersemester 2017/18 studierten 16.747 ausländische Studenten an den Hochschulen in Sachsen. Bei insgesamt 109.336 Studenten zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil ausländischer Studenten damit bei 15,3 Prozent. Insgesamt war die Zahl der Studenten im Vergleich zum Vorjahr um 2.163 bzw. 1,9 Prozent gesunken

Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Asien (8.187). Die meisten Studenten kamen dabei aus China (3.255). Rang zwei bei den Herkunftskontinenten belegten Studenten aus europäischen Ländern (6.564), wobei die meisten aus Österreich kamen (1.638).

Mit 70 Prozent studierten deutlich mehr als zwei Drittel  der ausländischen Studenten an Sachsens Universitäten (11.719), 24,7 Prozent an Fachhochschulen (4.138) und 5,3 Prozent an Kunsthochschulen (889).

Im Bereich der Ingenieurwissenschaften studierten 43,7 Prozent der ausländischen Studenten (7.322); etwa jeder fünfte in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3.637).

Im Prüfungsjahr 2017 erwarben 2.944 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an sächsischen Hochschulen. Damit wurden 13,2 Prozent der insgesamt 22.318 Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. Jeder dritte Absolvent mit ausländischer Staatsangehörigkeit erwarb seinen Abschluss im Bereich Ingenieurwissenschaften (36,3 Prozent). Weitere 32,0 Prozent der ausländischen Absolventen erwarben einen Hochschulabschluss im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Weiterhin gab es 253 erfolgreiche Promotionen von ausländischen Absolventen. Davon lagen mit 112 die meisten im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften vor, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 84 Promotionen.

Bei insgesamt 1.428 erfolgreichen Promotionen wurde fast jeder sechste Doktortitel an einen Ausländer verliehen.

Migranten im Arbeitsmarkt

Im Jahr 2017 waren 2.677 ausländische Ärzte aus 98 Nationen bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. Die Anzahl ausländischer Ärzte ist somit seit dem Jahr 2007 bis 2017 von 1.061 auf 2.677 gestiegen. Der Anteil der ausländischen Ärzte ist in Bezug auf die Gesamtzahl der berufstätigen Mediziner von 12,9 in 2015 auf 13,8 Prozent gestiegen. Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten drei Jahren von 52 auf 223 mehr als vervierfacht.

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, betont ausdrücklich, „dass viele Kliniken in Sachsen sehr froh über die Unterstützung durch ausländische Ärzte sind, da sonst manche Stationen nur eingeschränkt arbeiten könnten“.

Der Anteil von Ausländern im Bereich des öffentlichen Dienstes in Sachsen lag zum Stichtag 31.12.2017 mit 386 beschäftigten Ausländern bei 0,40 Prozent.

Im Kindergarten- und Vorschulbereich lag der Anteil zum 31.12.2017 mit 208 beschäftigten Ausländern bei 1,30 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).