Entwicklungen

Statistik ist nicht starr, aber mühsam zu lesen und zu interpretieren. Ausgewählte Entwickungen und Schwerpunkte erleichtern an dieser Stelle den Überblick über die Statistiken im Bereich Migration und Integration in Sachsen.

Zuwanderung

 

Ende 2018 lebten im Freistaat Sachsen 198.558 Ausländer, das waren 4,9 Prozent der 4,08 Millionen Einwohner in Sachsen.

Der Ausländeranteil in Sachsen ist damit im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 12,2 Prozent sehr gering. Im Vergleich zum Ausländeranteil in den Bundesländern belegt Sachsen Platz 12 mit Sachsen-Anhalt und Thüringen, deren Ausländeranteil ebenfalls bei 4,9 Prozent liegt (Quelle: Statistisches Bundesamt, Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011).

In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister Ende 2018 mehr als 180 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe der in Sachsen lebenden Ausländer waren Syrer (11,5 Prozent), gefolgt von Polen (8,6 Prozent), russischen Staatsbürgern (5,4 Prozent), Rumänen (5,2 Prozent), Afghanen (4,5 Prozent) und Vietnamesen (4,0 Prozent). Jeder dritte Ausländer in Sachsen (33,9 Prozent) besaß Ende 2018 eine EU-Staatsangehörigkeit (Quelle: Ausländerzentralregister).

In den Kreisfreien Städten Sachsens betrug der Ausländeranteil 7,4 Prozent (Dresden), 8,1 Prozent (Chemnitz) bzw. 9,2 Prozent (Leipzig). In den Landkreisen lag er überwiegend zwischen 2 und 4 Prozent. Ausnahmen bilden der Erzgebirgskreis (1,9 Prozent) und der Landkreis Görlitz (4,4 Prozent).

2018 zogen insgesamt 48.702 Ausländer in den Freistaat Sachsen. Darunter waren 40.872 Zuzüge aus dem Ausland und 7.830 Zuzüge aus dem Bundesgebiet.

Im gleichen Zeitraum zogen 35.446 Ausländer aus Sachsen weg, davon 26.128 ins Ausland und 9.318 in ein anderes Bundesland.

Aus Zu- und Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich ein Wanderungsgewinn von 13.256 ausländischen Personen.

Bei den Zuzügen von Ausländern über die Grenze des Bundesgebietes (40.872) kamen die meisten aus europäischen Ländern. Mit 23.528 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 57,6 Prozent und damit mehr als die Hälfte, wobei davon mehr als drei Viertel (80,3 Prozent) aus EU-Staaten kamen. Europäische Hauptherkunftsländer waren Polen (4.506 Personen bzw. 11,0 Prozent an allen Zuzügen durch Ausländer über die Grenze des Bundesgebietes), Rumänien (4.486 Personen bzw. 11,0 Prozent) und die Tschechische Republik (1.576 Personen bzw. 3,9 Prozent).

Knapp ein Viertel der Zuzüge durch Ausländer kam aus Asien (10.078 Personen bzw. 24,7 Prozent) nach Sachsen. Hauptherkunftsländer sind Indien (1.475 Personen bzw. 3,6 Prozent), China (1.242 Personen bzw. 3,0 Prozent) und Syrien (1.217 Personen bzw. 3,0 Prozent).

Aus Afrika zogen 3.274 Ausländer (8,0 Prozent) nach Sachsen. Die meisten kamen dabei aus Libyen (710 Zuzüge bzw. 1,7 Prozent), Tunesien (643 bzw. 1,6 Prozent) und Marokko (371 bzw. 0,9 Prozent).

 

Vom amerikanischen Kontinent zogen 2.178 Ausländer (5,3 Prozent) nach Sachsen. Aus den USA kamen mit 585 Menschen die meisten (1,4 Prozent).

Weitere 81 Zuzüge (0,2 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien.

 

Altersstruktur

 

Die deutsche Bevölkerung im Freistaat Sachsen war 2018 im Durchschnitt 47,5 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Ausländer in Sachsen lag bei 31,7 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt fast 16 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Sachsens insgesamt liegt bei 46,8 Jahren.

 

Einbürgerungen

 

Im Jahr 2018 ließen sich insgesamt 1.647 Ausländer im Freistaat Sachsen einbürgern. Das waren 87 Einbürgerungen mehr als im Jahr 2017.

Etwas mehr als die Hälfte der Eingebürgerten kam aus europäischen Ländern (824 bzw. 50,03 Prozent); mit 122 stammten die meisten dabei aus Polen, 116 aus der Ukraine, 78 aus der Russischen Föderation und 70 aus dem Vereinigten Königreich (Großbritannien). Aus asiatischen Ländern stammten 578 Eingebürgerte; mit 158 die meisten aus Vietnam, gefolgt vom Irak mit 86 und Syrien mit 59 Eingebürgerten. Aus Afrika stammten 126 Eingebürgerte und aus Amerika 96.

 

Bildung

 

Im Sommer 2018 beendeten insgesamt 30.272 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen oder Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 2.075 Schüler, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist. Mit 25,4 Prozent erreichte etwas mehr als ein Viertel der Absolventen, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist, das Abitur. Von den anderen Absolventen verließen 34 Prozent die Schule mit diesem Abschluss.

Im Wintersemester 2018/19 studierten 17.958 ausländische Studenten an den Hochschulen in Sachsen. Bei insgesamt 108.858 Studenten zu diesem Zeitpunkt lag der Anteil ausländischer Studenten damit bei 16,5 Prozent. Insgesamt war die Zahl der ausländischen Studenten im Vergleich zum Vorjahr um 1.211 bzw. 7,2 Prozent gestiegen.

Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Asien (9.167). Die meisten Studenten kamen dabei aus China (3.516). Rang zwei bei den Herkunftskontinenten belegten Studenten aus europäischen Ländern (6.494), wobei die meisten aus Österreich kamen (1.586).

Mit 72,2 Prozent studierten deutlich mehr als zwei Drittel der ausländischen Studenten an Sachsens Universitäten (12.958), 22,9 Prozent an Fachhochschulen (4.112) und 4,9 Prozent an Kunsthochschulen (888).

Im Bereich der Ingenieurwissenschaften studierten 45,2 Prozent der ausländischen Studenten (8.111); jeder fünfte (20 Prozent) in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3.600).

 

Im Prüfungsjahr 2018 erwarben 3.272 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss an sächsischen Hochschulen. Damit wurden 15,1 Prozent der insgesamt 21.637 Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. Jeder dritte Absolvent mit ausländischer Staatsangehörigkeit erwarb seinen Abschluss im Bereich Ingenieurwissenschaften (39 Prozent). Weitere 28,8 Prozent der ausländischen Absolventen erwarben einen Hochschulabschluss im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Weiterhin gab es 330 erfolgreiche Promotionen von ausländischen Absolventen. Davon lagen mit 155 die meisten im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften vor, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 83 Promotionen.

Bei insgesamt 1.489 erfolgreichen Promotionen wurde demnach mehr als jeder fünfte Doktortitel an einen Ausländer verliehen (22,2 Prozent).

 

Migranten im Arbeitsmarkt

 

Im Jahr 2018 waren 2.787 ausländische Ärzte aus 96 Nationen bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. Die Anzahl ausländischer Ärzte ist somit seit dem Jahr 2007 bis 2018 von 1.061 auf 2.787 gestiegen. Davon sind 2.565 berufstätig. Der Anteil der ausländischen Ärzte an allen berufstätigen Medizinern ist demnach von 12,9 im Jahr 2015 auf 14,4 Prozent im Jahr 2018 gestiegen.

Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten fünf Jahren von 52 (2013) auf 230 (2018) mehr als vervierfacht.

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, betont ausdrücklich, „dass viele Kliniken in Sachsen sehr froh über die Unterstützung durch ausländische Ärzte sind, da sonst manche Stationen nur eingeschränkt arbeiten könnten“.

Der Anteil von Ausländern im Bereich des öffentlichen Dienstes in Sachsen lag zum Stichtag 31.12.2018 mit 402 beschäftigten Ausländern bei 0,41 Prozent.

Im Kindergarten- und Vorschulbereich lag der Anteil zum 31.12.2018 mit 252 beschäftigten Ausländern bei 1,5 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit).