In den Landkreisen und Kreisfreien Städten in Sachsen gibt es kommunale Beauftragte. Sie heißen Ausländerbeauftragte, Migrationsbeauftragte oder Integrationsbeauftragte. Organisatorisch sind sie in unterschiedlichen Strukturen angebunden. Sie arbeiten in Vollzeit, Teilzeit, auf Stundenbasis oder ehrenamtlich. Einige haben Doppelfunktionen als Gleichstellungs- und oder Behindertenbeauftragte.
Auf Einladung des Sächsischen Integrationsbeauftragten Martin Modschiedler MdL trafen sich nahezu alle Integrationsbeauftragten der Landkreise und Kreisfreien Städte im Sächsischen Landtag. Im Mittelpunkt des Netzwerktreffens stand zuerst ein Vortrag von Professorin Birgit Glorius vom Sachverständigenrat Migration und Integration über die Entwicklungen bei der Integration und Teilhabe in Sachsen. Sie schilderte die Perspektiven und Handlungserfordernisse, die für einen aktiven Einsatz der Gesellschaft für Menschenrechte und Diversitätsoffenheit wünschenswert sind. Die Professorin für Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung an der TU Chemnitz hält ein umfassendes Willkommensmanagement, die interkulturelle Öffnung lokaler Institutionen und eine aktive Zivilgesellschaft für erforderlich.
Großen Raum nahm im weiteren Verlauf die Stellung und Rolle der Beauftragten in den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten und der intensive Austausch über die Aufgaben und Herausforderungen ein. Martin Modschiedler betonte im Rahmen des Treffens die Rolle der Integrationsbeauftragten in den Landkreisen und Städten: „Es beeindruckt mich, mit welchem Engagement sich die kommunalen Beauftragten für Lösungen vor Ort einsetzen. Ob im Ehrenamt, in Teilzeit oder in Vollzeit, mit Rückenwind oder gegen Widerstände – ihre fachliche Kompetenz und ihr Gestaltungswille haben meinen größten Respekt.“
Die Beauftragten wünschen sich die Fortsetzung der gemeinsamen Treffen und begrüßen die Initiative des Sächsischen Integrationsbeauftragten den Austausch auch durch Besuche in den Regionen zu forcieren.