Statistik ist nicht starr, aber mühsam zu lesen und zu interpretieren. Ausgewählte Entwicklungen und Schwerpunkte erleichtern an dieser Stelle den Überblick über die Statistiken im Bereich Migration und Integration in Sachsen.
Ende 2025 lebten im Freistaat Sachsen 339 493 Ausländer. Das entspricht 8,4 Prozent der Einwohner Sachsens (4,03 Mio.). Der Ausländeranteil in Sachsen liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (14,9 Prozent) und findet sich bundesweit auf Platz 12 (Quelle: Statistisches Bundesamt).
In der sächsischen Bevölkerung sind laut Ausländerzentralregister etwa 180 Staatsangehörigkeiten vertreten. Die größte Gruppe waren Ukrainer (20,1 Prozent), gefolgt von Syrern (9,8 Prozent) und Polen (7,0 Prozent). Jeder vierte Ausländer in Sachsen (26,2 Prozent) besaß 2025 eine EU-Staatsangehörigkeit.
2025 zogen insgesamt 56 218 Nichtdeutsche in den Freistaat. Darunter waren 46 408 Zuzüge aus dem Ausland. Im gleichen Zeitraum zogen 43 909 Nichtdeutsche aus Sachsen weg, davon 30 317 ins Ausland. Aus Zu- und Fortzügen über die Landesgrenze ergab sich ein Wanderungsgewinn von 12 309 nichtdeutschen Personen. Bei den Zuzügen von Nichtdeutschen über die Grenze des Bundesgebietes (46 408) kamen die meisten aus europäischen Ländern. Mit 27 046 beträgt deren Anteil an den Zuzügen 58,3 Prozent und damit mehr als die Hälfte, wobei davon wiederum 52,3 Prozent (14 156 Personen) aus Nicht EU-Staaten kamen. Europäische Hauptherkunftsländer waren die Ukraine (10 048 Personen bzw. 21,7 Prozent aller Zuzüge durch Nichtdeutsche über die Grenze des Bundesgebietes), Polen (2 672 Personen bzw. 5,8 Prozent) und Rumänien (2 574 Personen bzw. 5,5 Prozent). Etwas mehr als ein Viertel der Zuzüge durch Nichtdeutsche kam aus Asien (11 756 Menschen bzw. 25,3 Prozent) nach Sachsen. Hauptherkunftsländer sind Indien (2 327 Personen bzw. 5,0 Prozent), Syrien (1 772 Personen bzw. 3,8 Prozent) und Vietnam (1 471 Personen bzw. 3,2 Prozent). Vom amerikanischen Kontinent kamen 3 306 Nichtdeutsche (7,1 Prozent) nach Sachsen - mit 1 552 Menschen die meisten aus Venezuela (3,3 Prozent), aus den Vereinigten Staaten der USA 450 Personen oder 1,0 Prozent und 305 aus Brasilien (0,7 Prozent). Aus Afrika zogen 2 517 Nichtdeutsche (5,4 Prozent) nach Sachsen, davon 383 aus Marokko (0,8 Prozent). Weitere 93 Zuzüge (0,2 Prozent) erfolgten aus Australien und Ozeanien. Aus übrigen Ländern wurden 1 691 Zuzüge verzeichnet. Das entspricht 3,6 Prozent.
Die deutsche Bevölkerung im Freistaat war 2025 im Durchschnitt 48,5 Jahre alt. Das Durchschnittsalter Nichtdeutscher in Sachsen lag bei 33,2 Jahren. Damit sind Ausländer im Schnitt 15,3 Jahre jünger als die deutsche Bevölkerung in Sachsen. Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung Sachsens lag bei 47,2 Jahren.
Im vergangenen Jahr 2025 wurden 5 195 Ausländer im Freistaat Sachsen eingebürgert. Das sind 787 mehr als 2024. Mehr als die Hälfte der Eingebürgerten kamen aus asiatischen Ländern (2 867 bzw. 55,2 Prozent). Davon stammten die meisten aus Syrien (1 801) und dem Irak (211). Ein Drittel der Eingebürgerten (1 732 bzw. 33,3 Prozent) hatte zuvor die Staatsangehörigkeit eines europäischen Landes, wobei etwa ein Drittel davon aus einem EU-Staat (568 bzw. 32,8 Prozent) kam. Die drei herkunftsstärksten Länder waren die Russische Föderation (437), die Ukraine (291) und Polen (198).
Aus Afrika stammten 308 Eingebürgerte; aus Amerika 179.
Im Sommer 2025 beendeten insgesamt 35 469 Schüler ihre Schulbildung an allgemeinbildenden Schulen bzw. Schulen des zweiten Bildungsweges. Darunter waren 4 305 Schüler, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist. 21,4 Prozent dieser Absolventen erreichten das Abitur. Von den anderen Absolventen verließen 30,2 Prozent die Schule mit diesem Abschluss.
Im Wintersemester 2025/26 studierten 21 113 ausländische Studenten an sächsischen Hochschulen. Bei insgesamt 107 636 Studenten entspricht das 19,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil leicht gestiegen (0,1 Prozent) und stellt einen neuen Höchststand dar. Die Mehrheit der ausländischen Studenten kam aus Asien (11 117) - die meisten aus Indien (4 031), gefolgt von China (1 972). Rang zwei bei den Herkunftskontinenten belegten Studenten aus europäischen Ländern (7 418), die meisten kamen aus Österreich (1 579), gefolgt von der Ukraine (1 500). Mit 70,4 Prozent studierten deutlich mehr als zwei Drittel der ausländischen Studenten an den Universitäten (14 871), 24,5 Prozent an Fachhochschulen (5 163) und 5,1 Prozent an Kunsthochschulen (1 077). Im Bereich der Ingenieurwissenschaften studierten 47,8 Prozent der ausländischen Studenten (10 083); etwa jeder sechste (15,1 Prozent) in der Fächergruppe Wirtschaftswissenschaften (3 178) oder Mathematik / Naturwissenschaften (15,0 % bzw. 3 161).
Im Prüfungsjahr 2024 erwarben 3 509 Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit einen Hochschulabschluss. Damit wurden 18,1 Prozent der insgesamt 19 401 Hochschulabschlüsse von ausländischen Absolventen erreicht. Ein großer Anteil der Absolventen mit ausländischer Staatsangehörigkeit erwarb seinen Abschluss im Bereich Ingenieurwissenschaften (45,9 Prozent). Weitere 24,8 Prozent ausländischer Absolventen erwarben einen Hochschulabschluss im Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Insgesamt gab es 344 erfolgreiche Promotionen von ausländischen Absolventen. Davon 133 im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften, gefolgt von Ingenieurwissenschaften mit 96 Promotionen. Im Jahr 2024 befanden sich an den Hochschulen im Freistaat Sachsen 13 021 Personen in einem laufenden Promotionsverfahren. Fast ein Viertel der Promovierenden (3 171 bzw. 24,4 Prozent) hatte eine ausländische Staatsangehörigkeit. Fast jede fünfte Promotion, die im Jahr 2024 bestanden wurde (294 von 1 539 bzw. 19,1 Prozent), legte ein Ausländer ab.
4 040 ausländische Ärzte aus 130 Nationen waren 2025 bei der Sächsischen Landesärztekammer gemeldet. Im Vergleich zu 2007 mit 1 061 gemeldeten ausländischen Ärzten hat sich ihre Zahl mittlerweile fast vervierfacht. Der Anteil dieser an allen berufstätigen Medizinern stieg von 12,9 im Jahr 2015 auf 19,8 Prozent im Jahr 2025. Die Anzahl syrischer Ärzte ist in den letzten elf Jahren von 52 mit 768 fast auf das fünfzehnfache gestiegen und bildet die größte Gruppe.
Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer: „Die Zuwanderung ausländischer Ärzte nach Sachsen hält weiter an. Das dient unseren Patienten im Freistaat, denn viele Ärztinnen und Ärzte gehen in den Ruhestand und medizinische Einrichtungen könnten ohne die Unterstützung durch ausländische Ärztinnen und Ärzte die Versorgung nicht gewährleisten.“
Der Anteil von Ausländern im Bereich der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung in Sachsen lag zum Stichtag 30.09.2025 mit 749 beschäftigten Ausländern bei 0,7 Prozent.
Im Bereich Erziehung und Unterricht lag der Anteil zum 30.09.2025 mit 6 231 beschäftigten Ausländern bei 7,2 Prozent (Bundesagentur für Arbeit).